Eine neue Weltordnung, Wirtschaftswunder, Atomenergie und Computer

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts jagt eine technische Neuerung die nächste. Autos sind nun ein ganz normaler Teil des Straßenbildes, die Mondlandung fasziniert die Menschen, Düsenjets erlauben günstige Flugreisen. In den Schlagzeilen erscheinen Themen wie Gentechnologie, Atomenergie und Computer.

Auch politisch gibt es viel zu berichten: Terroranschläge erschüttern Deutschland, die internationale Ölkrise forciert die Suche nach alternativen Energien, Umweltschutz wird praktiziert und der Eiserne Vorhang fällt.

Im Hause Kroenert wird die stabile wirtschaftliche Lage durch den Tod von Hans-Jens Meyer im Jahre 1954 überschattet. Sein Sohn, Dr. Hans-Erich Meyer, übernimmt die Geschäftsführung. Unter seiner Führung entdeckt das Unternehmen die Verpackungsindustrie als neuen Markt. Kroenert Kaschiermaschinen sind in der Lage, verschiedene Papier- und Folienbahnen bei hoher Geschwindigkeit miteinander zu verbinden und zu einem mehrschichtigen Materialkomplex zu verkleben.

Diese bahnbrechenden Maschinen stellt Kroenert auf internationalen Verkaufsmessen wie der Guida Pollini, der IPEX und der Drupa Kunden aus der ganzen Welt vor. Das Unternehmen befindet sich in einer kreativen Entwicklungsphase, mehrere neue Maschinentypen werden entwickelt und gebaut. Die neuen Maschinen können selbst dünnste Alufolien von 6 µ extrem schnell mehrfarbig bedrucken. Parallel zum Ausbau der Produktion setzt auch ein Bauboom auf dem Gelände ein: Zwischen 1956 und 1967 entstehen insgesamt sieben neue Gebäude oder Anbauten. Und auch die familiäre Nachfolge ist gesichert: Burkhard Meyer, der Sohn von Dr. Hans-Erich Meyer, tritt ins Unternehmen ein.

Parallel zu den verbesserten Möglichkeiten der Maschinen steigen auch die Anforderungen der Kunden. Schon lange wünscht man Kroenert-Anlagen ausführlich demonstrieren zu können. So entsteht was Kroenert von allen Wettbewerbern abhebt: Das Technology Center. Hier haben die Kunden die Möglichkeit, auf unterschiedlichen Maschinen mit Hilfe des Kroenert-Personals Versuche mit eigenen Materialien zu machen, um die optimale Maschinenkonfiguration zu finden. Die dortigen Erfahrungen nutzt Kroenert wiederum, um seine Konstruktionen immer auf dem neuesten Stand der Technik zu halten.

Ende der 60er Jahre ist Kroenert ein weltweit operierendes Unternehmen. Doch die Energiekrise der 70er Jahre geht nicht spurlos an Kroenert vorüber. Die Investitionen der kunststoffverarbeitenden Industrie gehen zurück, der Wettbewerb im Markt verschärft sich.

Diesen Umsatzrückgang kompensiert das Unternehmen verstärkt durch eine Konzentration auf Neuentwicklungen in der chemischen Industrie. Die Produktion von hochpräzisen Haftkleber- und Silikonisiermaschinen wird neben den bisherigen Wachs- und Hotmeltanlagen zum neuen Spezialgebiet der Maschinenfabrik. Bis zum Tod von Dr. Hans-Erich Meyer im Jahre 1981 hat sich Kroenert zu einem international erfolgreichen Spezialunternehmen für Beschichtungs- und Kaschiermaschinen entwickelt.

1989 wagt das Unternehmen, nun unter der Leitung von Burkhard Meyer, den Schritt über den Atlantik: Als erste Auslandstochter öffnet die Kroenert Corporation in Iowa, USA, ihre Pforten.

Doch wie in jeder Unternehmensgeschichte wechseln sich Höhen und Tiefen ab. Mitte der 90er Jahre ist die Auftragslage im deutschen Maschinenbau sehr schlecht, der Wettbewerb im Markt groß und die Finanzlage angespannt. Durch den Verkauf von Immobilien, der RECO aus dem Technology Center und Personalabbau wird der finanzielle Engpass überbrückt.

Doch ohne die Möglichkeiten des Technology Center ist es schwer, potentielle Kunden von den technischen Möglichkeiten der Kroenert Anlagen zu überzeugen. Eine neue Anlage muss beschafft werden, die finanzielle Lage aber ist schwierig, sodass der nötige Kredit über 5 Millionen DM nicht bewilligt wird. Da wird ein Satz aus der Belegschaft zur Grundlage einer bis dato nie dagewesenen Idee: „Dann bauen wir die Maschine nach Feierabend eben selbst!“. Der Gedanke, die Belegschaft finanziell an der neuen Anlage zu beteiligen, ist geboren. Die Mitarbeiter können ein Darlehen gewähren oder sich Arbeitsstunden auf einem speziellen Konto gutschreiben lassen. Die Beteiligung ist enorm und gemeinsam wird mehr als eine Million DM aufgebracht. Mit dieser Sicherheit ist der Bankenkredit dann kein Problem mehr und 1997 beginnt der Bau der neuen RECO für das Technology Center, mit deren Fertigstellung Kroenert dann über die größte und schnellste Versuchsanlage der Welt verfügt.

Für die Mitarbeiter zahlt sich dieses Engagement doppelt aus: Die Auftragslage verbessert sich, niemand verliert seinen Arbeitsplatz und das investierte Geld trägt reichlich Früchte in Form einer hohen Zinszahlung.

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